von Andreas von Oertzen

Krise und Krisenmanagement Teil II

Prävention und Früherkennung: Schlüsselfaktor Achtsamkeit

Achtsamkeit im Unternehmen geht leicht verloren. Mit ihr schwindet auch die Wachsamkeit für frühe Krisenindikatoren.

Schwindende Achtsamkeit wird unter zahlreichen Umständen begünstigt. Es erscheint wichtig, das Maß an Achtsamkeit in der Organisation zu kennen und je nach Struktur des Unternehmens regelmäßig zu überprüfen. Achtsamkeit ist zunächst mühevoll. Unterstützen Sie daher Mitarbeiter, die sich um mehr Achtsamkeit bemühen.

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von Andreas von Oertzen

Krise und Krisenmanagement Teil I

Entscheidend ist zunächst, wie eine Krise wahrgenommen wird. Sie kann im Verhältnis zum eigentlichen Anlass ein unabhängiges Eigenleben entwickeln. Krisen werden von Organisationen in der Regel gefürchtet und als äußerst unangenehm erlebt. Beim Krisenmanagement lassen sich prinzipiell fünf Phasen unterscheiden: Prävention, Früherkennung, Kriseneindämmung, Neustart und Lernen aus der Krise.

Eine Krise stellt einen Prozess dar, in dem durch ein Ereignis ein System so stark erschüttert wurde, dass dieses sich mit seinen gewöhnlichen Bewältigungsstrategien nicht mehr stabilisieren kann.  Die erfahrenen Ereignisse und Erlebnisse stellen die bisherigen Gewohnheiten und Ziele massiv in Frage oder machen sie unmöglich. Der Betroffene verliert das Gefühl der Selbstwirksamkeit.

Im Chinesischen setzt sich der Begriff, den sie für Krise verwenden, wei-ji, aus den Schriftzeichen für Gefahr und gute Gelegenheit (Chance) zusammen.

Eine Musterunterbrechung kann durch die Aktivierung der Resilienz-Konstellation bei Individuum und System zu einem sinnvollen Anpassungsprozess führen. Krisenintervention richtet sich auf die Aktivierung und Förderung der Resilienz der Betroffenen. Die Betroffenen sollen handlungs- und entscheidungsfähig bleiben. Das Ziel ist, die Führungskräfte, die betroffenen Teams und relevanten Schnittstellen zu stabilisieren und deren Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Das Setting von Resilienz-Coaching unterscheidet sich in einigen Merkmalen von denen des normalen Coachings.

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von Andreas von Oertzen

BUSINESS EDUCA 2014 (Artikel deutsche Version)

Berlin, Dezember 2014 - (von Andreas von Oertzen)

Zum 20. Mal fand in Berlin die ONLINE EDUCA, internationale Konferenz zu technologiegestütztem Lernen und Training für den Corporate-, Bildungs- und Öffentlichen Bereich statt. Wie in den Vorjahren wurde als thematische Komponente die BUSINESS EDUCA angeboten, innerhalb derer sich Experten aus den Bereichen HR und Organisationsentwicklung zusammenfanden, um praktische Strategien und Lösungen auszutauschen.

Co-Learning
Wollte man einen Begriff finden, der die verschiedenen Key Notes und Workshops überspannt, wäre Co-Learning geeignet. Gemeinsames Lernen, Kollaboration, erfahrungsbasiertes Lernen, Social Learning waren wiederkehrende Begriffe, die in die Zukunft des Lernens wiesen. Vergleicht man die thematischen Schwerpunkte mit den durchaus ähnlichen des Vorjahres, so ließ sich stellenweise ein gefühlter "Need for Speed" beobachten, der vielleicht eher ein "Need for Practice" war.

Sind wir tatsächlich am Ende einer technologischen Kurve nach dem S-Kurven-Konzept von Richard Foster angelangt? Sind Zugewinne des Lernens nur noch inkrementell zu verzeichnen, und sollte uns das beunruhigen? Dies beschäftigt beispielsweise Lisa Lewin, Managing Director Technology Products von Pearson. Sie schien sich fast zu sorgen, dass derzeit keine dramatischen Veränderungen in Sachen Zunahme des Lernens sichtbar würden und sehnt sich nach einer "Ed-Tech Revolution", die Big Data, große Ideen und große Wissenschaft mit einschließt.

Quantensprünge seien es, die man brauche, und es gebe Anlass zur Hoffnung, dass neue Entdeckungen in der Gehirnforschung, der Daten-, Computer-, und Lernwissenschaften die notwendigen Impulse dazu liefern werden. Während der Aufzählung der Details, zu denen auch Schlaf & Gedächtnis, Arzneimittel, Mensch-Maschine-Interaktion und "Die Grenze liegt beim Menschen" gehörten, beschleicht mich ein leiser Wunsch nach visionärer Entspannung

Zwei Trends, die bereits im Jahr 2010 von den eLearning-Veteranen Jane Heart und Jay Cross in ihrem zusammengefügten Modell "Five Stages of Workscape Evolution" festgestellt wurden, setzen sich offensichtlich fort: Informelles Lernen gewinnt weiter an Bedeutung, die Kontrolle des Lernens erfolgt stetig zunehmend Bottom-up.

Ob neue wissenschaftliche Erkenntnisse unsere Fähigkeiten für ein weit besseres Lernen tatsächlich explodieren lassen werden, sofern wir nur in die relevanten Forschungsgebiete sehr viel mehr investieren sowie einen besseren kühneren Innovationsfluss zulassen, bleibt mit Spannung abzuwarten.

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von Andreas von Oertzen

BUSINESS EDUCA 2014 (article english version)

Berlin, December 2014 - (by Andreas von Oertzen) ONLINE EDUCA Berlin, the international conference on technology-enhanced learning and training for the corporate, education, and public sectors, took place in Berlin for the twentieth time this year. As in the past, the program included BUSINESS EDUCA, in which experts came together to share practical strategies and solutions in the areas of HR and organizational development.

Co-Learning
A commentator seeking to summarize the various keynotes and workshops in a word would be well served by the term "Co-Learning". Collaborative learning, collaboration, experiential education, and social learning were recurring concepts that pointed to the future of knowledge acquisition. Comparing the priorities of the topics with last year’s, a strong similarity was obvious, leading to the perception that the once-ubiquitous "need for speed" has perhaps been overtaken by a "need for practice".

After working more than a quarter of a century with Richard Foster’s S-curve concept, have we actually reached the end of a technological curve? Can learning gains only be assessed as incremental, and - if so - should it concern us? This issue was picked up by Lisa Lewin, Managing Director of Technology Products at Pearson. She almost seemed worried that no dramatic changes in learning growth are currently visible and expressed a longing for an "Ed-Tech Revolution" that comprises big data, big ideas, and big science.

Quantum leaps are necessary, and there is reason to hope that new discoveries in brain research, as well as in data, computer, and learning sciences, will provide the necessary impetuses. During the enumeration of details, which included sleep and memory; pharmaceuticals; human-machine interaction; and "humans are the limiting factor", a gentle desire for visionary relaxation crept into me.

Two trends already discovered by eLearning veterans Jane Heart and Jay Cross in their 2010 joint model "Five Stages of Workscape Evolution" were found to have obviously continued: Informal learning is gaining in importance, and the monitoring of learning is increasingly taking place bottom-up.

Whether new scientific findings will actually lead to an explosion in the improvement of our learning skills if we just invest much more in the relevant fields of research - and permit an improved, more daring flow of innovation - remains an exciting prospect.

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von Andreas von Oertzen

Klarheit: Was ist das eigentlich?

Berlin, November 2014 - (von Andreas von Oertzen) Im philosophischen Kontext werden die Klarheit und die Deutlichkeit als ein Kriterium der Wahrheit bezeichnet. Wessen bin ich mir wirklich sicher? Welche meiner Vorstellungen sind klar, welche sind eher dunkel oder verworrenen? Wie verständlich bin ich eigentlich?

Hans-Joachim Niemann, ein deutscher Philosoph und Autor gab einige Kriterien für Klarheit an, darunter:

- mehrdeutige Wörter und gehaltlose Aussagen meiden
- Kürze und Einfachheit anstreben
- leicht widerlegbare Sätze bevorzugen
- konkrete Beispiele finden
- Bemühen um Verständlichkeit

Was bedeutet Klarheit für mich und meine Business-Strategie?

Bild gefunden bei Stuttgarter Zeitung

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