Zwischen Führung und Autonomie

von Andreas von Oertzen

Management und Verantwortung in der Wissenschaft

Berlin, Mai 2014 - (von Andreas von Oertzen) Unter dem Thema „Führen(d) in der Wissenschaft – Sind Erfolge in der Wissenschaft auch eine Frage von Führung?“ luden die Hanns Martin Schleyer-Stiftung, die Heinz Nixdorf-Stiftung, die Helmholtz-Gemeinschaft und die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg am 12. und 13. Mai 2014 in Berlin zum zehnten Symposium Hochschulreform ein. Veranstaltungsort war die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte.

Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sehen sich durch stärker werdenden Wettbewerb herausgefordert. Diese Entwicklung verlangt von ihnen neben wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit zunehmend auch strategische Kompetenzen und Professionalisierung der Führung.

Vor und mit einem Plenum von über 250 geladenen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, diskutierten Experten und Führungskräfte der Academia darüber, wie eine gute Balance zwischen Führung und Autonomie gelingen kann. Dabei ging um es um die wesentlichen Fragen, wie Management und Verantwortung in der Wissenschaft gestaltet werden sollte, und wie es gelingen kann, die besten Führungskräfte in Forschung und Lehre zu gewinnen und zu halten.

Der mit viel Engagement diskutierte Themenfächer war von Anfang an breit. Der zeitliche Rahmen bot somit für manches Thema kaum hinreichenden Raum. Eine Auswahl berührter und mit Blick auf Organisationsberatung und Executive Coaching interessanter Themen sind nachfolgend in Stichpunkten zusammengefasst.

Zweck und Sinnfrage:

- Auftrag und oberes Ziel: Erkenntnisgewinn und Ausbildung

- Ansprüche der Gesellschaft

- Rechtfertigungsnotwendigkeit der Wissenschaft

Unterschiedliche Wirkungsbereiche von Führung in der Wissenschaft:

- Forschung

- Lehre

- Verwaltung

Strukturelle Dimensionen:

- Grad der Systematik

- Ziele

- Hierarchien

- Grad der Kontrolle

- Raum für Kreativität

- Klare interne Kommunikation

- Grad der Autonomie

Aspekte der Attraktivität zu führen:

- Anreize, Belohnung

- Akzeptanz

- Eher negative Haltung: Verunglimpfung

- Auswahl der Führungskräfte / Rekrutierung

- Die Bedeutung des Geldes

- Die Bedeutung der Umweltfaktoren

- „Wie gelingt es mir, in schlechten Organisationen happy zu sein?“

Transfer in die Praxis:

- Von der erlernten Theorie über den Transfer in die Gruppe zur angewandten Praxis

Führung und Förderung von Projekten:

- Welche Wirkung hat es, von welcher Stelle der Impuls ausgeht?

- Top Down: Tendenziell eher Mainstream

- Bottom Up: Tendenziell eher risikofreudig und origineller

Wirtschaft versus Wissenschaft:

- Systemisch: Unterschiede in der Beziehung zwischen Person und Rolle

- Unterschiedliche Klarheit der Ziele

- Ist die Bereitschaft in der Wirtschaft höher, sich auf Unliebsames einzulassen?

Kultur und Kulturwandel:

- Beeinflussbares und Nicht-Beeinflussbares

- Persönlichkeit (Stichwort: Steve Jobs) versus Erlernbares (Stichwort: Helmholtz-Akademie)

- „Reden wir viel und können nur wenig bewegen?“

Moderne Strömungen:

- Ansprüche der Generation „Y“

- Social Media und Demokratische Qualität

- Transformative Kraft der Digital Natives

- Selbstorganisiert: „Es lässt sich gar nicht organisieren!“

- These: „In der DNA des Wissenschaftlers ist die Organisationsform der Zukunft angelegt.“

Mehr zum Thema Führung unter www.vonoertzen.com.

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