Laterales Führen - Führen ohne Vorgesetztenfunktion

von Andreas von Oertzen

In Unternehmen und Organisationen gibt es in zunehmendem Maße Funktionen, die zur Zielerreichung ohne direkte Weisungsbefugnis auskommen müssen.

Hierfür werden neue Führungs- und Managementqualitäten benötigt. Immer öfter geht es um Führung durch Überzeugung in der direkten Auseinandersetzung von Mensch zu Mensch. Das erfordert kraftvolle Impulse, hohes persönliches Engagement und Überzeugungskraft.

Die Bedeutung von lateralem Führen nimmt aufgrund vielfacher Veränderungen immer mehr zu. Beispielhafte Herausforderungen:

- Keine Weisungsbefugnis
- Unklar definierter Rahmen
- Hohe Komplexität
- Unzureichende Motivation
- Unterschiedlichste Interessen
- Widerstände und Konflikte

Das zentrale Ziel von lateraler Führung ist nicht das Aushandeln oder Vereinbaren tragfähiger Kompromisse, sondern das Erreichen der übergeordneten Ziele.

Immer mehr Anlässe für laterales Führen lassen sich finden, wie z.B.

- Bereichsübergreifende Zusammenarbeit
- Strategische Partnerschaften
- Netzwerkartige Strukturen
- Flache Hierarchien
- Team- und Projektarbeit

Der Vorgesetzte sieht sich oft der Aufgabe gegenüber, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Partner und Teammitglieder Verantwortung übernehmen.

In Netzwerkstrukturen besitzt er möglicherweise keinen direkten disziplinarischen Durchgriff. Er wird vielmehr wirksam als Unternehmer, als Coach, als Berater, als Vorbild, als Visionär.

Weisungsrechte und Weisungsbefugnisse sind Instrumente der Führung. Wenn sie entfallen, muss sich die Führung auf etwas anderes stützen, wie beispielsweise auf

- persönliche Autorität und Integrität
- ausgewiesenes Expertentum
- konzeptionelles oder fachliches Wissen und Können
- Beziehungen und Netzwerke
- Informelle Kommunikationskanäle

Laterale Führungskräfte sind für die Auffassungen und Interessen der Anderen offen. Nicht den scheinbar besten Weg durchsetzen, sondern das übergeordnete Ziel zu erreichen. Hierfür gibt es häufig mehrere Wege.

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