Spiegel und Empathie

von Andreas von Oertzen

Der Executive Coach als Spiegel

Berlin, Oktober 2014 - (von Andreas von Oertzen) Wie gelingt es uns, die Befindlichkeit unserer Mitmenschen zu lesen und uns in andere hinein zu versetzen? Die Neurowissenschaft weiß seit den 90er Jahren, dass Spiegelneuronen maßgeblich daran beteiligt sind. Spiegelneuronen scheinen für das innere Imitieren fremder Aktionen zuständig zu sein. Für Spiegelneuronen ist es dasselbe, ob wir Handlungen anderer beobachten, oder ob wir sie selbst ausführen. Das Beobachten der Handlungen anderer erzeugt in spezifischen Hirnarealen des Menschen eine neuronale Resonanz. Diese Fähigkeit bildet das Fundament für Empathie. Sie hilft auch dabei, die Absichten anderer intuitiv nachzuvollziehen.
(Foto:http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelneuron#mediaviewer/Datei:Makak_neonatal_imitation.png)

Eine wichtige Aufgabe des Coachs besteht darin, ein Spiegel zu sein. Das sich-spiegeln in anderen Menschen ist ein unverzichtbares Erkenntnismittel. Menschen, die sich bespiegeln lassen, entdecken die blinden Flecken in ihrem eigenen Verhalten.

Sich von anderen Menschen spiegeln zu lassen (Feedback) braucht zunächst eine Überwindung. Vielleicht muss man sich mit Eigenschaften auseinandersetzen, die man bei sich selbst lieber nicht sehen möchte. Erst der Spiegel macht uns manche Verhaltensweisen bewusst. Erfolgreiche Führungskräfte lassen sich regelmäßig spiegeln.

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