Agilität, Digitalisierung, Führung

Die digitale Revolution verwandelt Organisationen. Stichworte: Agilität, Führen auf Distanz, Industrie 4.0, Smart Services, Innovationsmanagement, Disruptive Change, Big Data, Internet of Everything, VUCA, Scrum, Kanban, OKR, Design Thinking, Business Model Innovation, Customer Journey.

Welche Bedeutung hat all dies für unser Unternehmen? Welche Führungsstrukturen sind relevant? Welchen Herausforderungen sehen wir uns gegenüber?

Drei stark vereinfachende Beispiele für Führungsstrukturen und zugehörige Herausforderungen:

Top Down (mechanisch, geplant, präzise)
Manche Aufgaben und Abläufe erfordern nach wie vor hierarchisch tayloristisch organisierte Betriebe oder Abteilungen. Hier ist die Arbeit in spezifische Rollen unterteilt. Es geht um Zeitmanagement, Qualitätsmanagement, Steuerung, Kontrolle, Präzision. Jedes Individuum wird durch Ziele gemanagt. Ausfälle und Lücken können hier teuer werden.

Informelle Machtstrukturen (politisch)
Das Wissens- und Informationsgefüge muss zur Struktur der politischen Landkarte passen. Sonst findet wirkliches Lernen in der Organisation nicht statt. Man muss wissen, wer Verlierer, und wer Gewinner sein könnte, oder wer Vor- und wer Nachteile hat. Welche Partei kann als Supporter für meine Idee gewonnen werden? Wen muss ich ins Boot holen? Eine hier zustande kommende Lösung wird und muss nicht immer optimal, aber brauchbar und praktikabel sein.

Bottom-Up (kreativ, organismisch, flexibel)
Netzwerkartige Strukturen nehmen bei High-Performance-Unternehmen zu. Bereichsgrenzen und Hierarchiestufen spielen eine immer geringere Rolle. Das Möglichmachen von Informationsfluss an sich ist der Schlüssel zum Erfolg. Standardprozesse werden seltener. Die Organisation ist gefordert, mit Flexibilität, Intuition, Chaosmanagement, Beziehungsmanagement, sozialen Kompetenzen zu reagieren.


Fazit
Eine situative Verortung tut not. Unternehmenszweck und Firmenkultur entscheiden über das sinnvolle Maß an Agilität im Strategieprozess.