Künstliche Intelligenz und der Mensch in meiner Organisation

Im digitalen Zeitalter stehen wir vor der Herausforderung, die Chancen der Künstlichen Intelligenz (KI) zu nutzen, ohne die menschlichen Beziehungen innerhalb unserer Organisation zu beeinträchtigen. Dies erfordert ein sorgfältiges Gleichgewicht zwischen technischer Innovation und sozialem Zusammenhalt.

„Wie nutze ich als Manager die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz und stelle gleichzeitig sicher, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen in meiner Organisation nicht darunter leiden?“

Im November 2023 war in einem Paper des National Buerau of Economic Research, Stanford/Cambridge zu lesen: KI-Tools haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir arbeiten und lernen, zu verändern. Während verschiedene KI-Werkzeuge in Laborversuchen gut abschneiden, stoßen diese Werkzeuge in der realen Welt auf Hindernisse. Organisatorischer Widerstand ist eines davon.

Für diese Transformation greift eine rein technologische Betrachtung zu kurz. Entscheidend ist auch die soziale und kulturelle Integration von KI-Technologien. Es braucht eine ganzheitliche Sichtweise, um die tieferen sozialen Implikationen und Risiken, die eine rein auf Effizienz getrimmte KI-Implementierung mit sich bringt, nicht zu übersehen.

Drei beispielhafte Risiken:

  1. Widerstände und Ängste der Mitarbeitenden
    Wer den menschlichen Faktor ignoriert, riskiert eine Entfremdung der Belegschaft. Dies führt zu einer sinkenden Arbeitsmoral, erhöhter Fluktuation und einem Verlust von Teamzusammenhalt. Eine rein auf Effizienz ausgerichtete Kultur erstickt Kreativität und Innovation, da Mitarbeiter sich als austauschbare Teile einer Maschine fühlen. Dies kann dem Erfolg Ihrer Organisation letztlich erheblichen Schaden zufügen.
  2. Unterschätzung der kulturellen Anpassungen
    Die Kultur einer Organisation muss sich subtil entwickeln, um Innovation zu fördern und Technologie sinnvoll zu integrieren. Dies erfordert eine Haltung, welche die menschlichen Aspekte nicht vernachlässigt.
  3. Unzureichende Passung von Technologie und Geschäftszielen
    Ohne systemische Einsichten könnte eine Technologie eingeführt werden, die zwar fortschrittlich ist, aber nicht wirklich gut zu den spezifischen Bedürfnissen und Zielen der Organisation passt.

Drei Schlüssel für die erfolgreiche Transformation

  1. Transparente Kommunikation und Einbeziehung
    Informieren Sie Ihre Belegschaft adressatengerecht über die Einführung und Ziele von KI-Anwendungen. Fördern Sie eine offene Diskussionskultur, in der Bedenken und Ideen frei geäußert werden können. Beziehen Sie die Mitarbeitenden aktiv in den Prozess der Implementierung mit ein und nutzen Sie KI, um die Kommunikation zu unterstützen und zu erleichtern, nicht aber um sie zu ersetzen.
  2. Stärkung der Teamdynamik und Unternehmenskultur
    Nutzen Sie die durch KI freiwerdenden Ressourcen, um den Fokus verstärkt auf Team-Building und die Entwicklung von Soft Skills zu legen. Veranstalten Sie Workshops, die den menschlichen Austausch und den Teamgeist stärken.
  3. Stärkung der Innovationskraft
    Automatisieren Sie Routineaufgaben mit KI, um Ihren Mitarbeitenden mehr Zeit für kreative und interpersonell wichtige Aufgaben zu geben. Nutzen Sie KI-gestützte Analysewerkzeuge, um personalisierte Einblicke zu gewähren, wodurch Entscheidungen präziser und zugeschnitten auf individuelle Bedürfnisse getroffen werden können. Schulen Sie Ihre Teams in der Nutzung dieser Technologien, und betonen Sie die Bedeutung menschlicher Fähigkeiten wie Empathie und moralisches Urteilsvermögen, die nicht durch Maschinen ersetzt werden können.

Die Rolle des Organisationsberaters

Ein qualifizierter Organisationsberater bringt sowohl ein technisches und strategisches Verständnis als auch ein tiefes Wissen über die zwischenmenschlichen Dynamiken in den Transformationsprozess ein.

Seine externe Perspektive ermöglicht eine effektive Identifizierung von Widerständen und blinden Flecken innerhalb der Belegschaft und gestaltet den Übergang so, dass die Technologieakzeptanz, Mitarbeitermotivation und positive Unternehmenskultur gestärkt werden.

Ihre Meinung ist gefragt

Wie beurteilen Sie die künftige Rolle von Künstlicher Intelligenz in Ihrem Arbeitsbereich?

Teilen Sie mir gerne Ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen mit, indem Sie mir eine E-Mail schreiben. Ihre Einsichten sind wertvoll, und die Ergebnisse der Umfrage werden als Zusammenfassung ab Juli anonym in diesem Wissensblog veröffentlicht werden.

Andreas von Oertzen

Ausrichtung: Meine Arbeit beginnt dort, wo strukturelle Lösungen alleine nicht mehr greifen. Ich arbeite nicht an Symptomen, sondern an den Ursachen, die im System wirksam sind. Das erfordert die Bereitschaft, auch das anzuschauen, was sonst vermieden wird. Ich arbeite ohne Dramatisierung, aber mit der notwendigen Klarheit, um auch Schwieriges ansprechbar zu machen.

Hintergrund: 20 Jahre Führungs- und Managementerfahrung in Konzernen (Siemens, Bertelsmann Music Group, Varta, Wolters Kluwer) und in KMU (Wissenschaftsumfeld und e-Learning). 16 Jahre Beratungserfahrung. Systemischer Organisationsberater (Prof. Fritz Simon), Diplom-Ingenieur Informationstechnik (Univ.), Industriekaufmann (Siemens AG), Zertifizierter Coach (Univ.).

Feldkompetenzen: Wissenschaftsmanagement, Verkehr & Logistik, Entertainmentindustrie, Behörden, Ingenieursbüros, Agenturen. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Wissenschafts- und Forschungsumfeld, in dem komplexe Strukturen, hohe Autonomie und unterschiedliche Logiken aufeinandertreffen.

Wann ich nicht der Richtige bin: Wenn es primär um Effizienzsteigerung, Kennzahlenoptimierung oder technische Lösungen geht. Meine Arbeit beginnt dort, wo strukturelle Maßnahmen allein nicht mehr greifen.

Wenn Sie sich in diesen Situationen wiederfinden, lassen Sie uns sprechen!

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