Das Unternehmen in guten Zeiten krisenfest machen
Organisationale Krisenfestigkeit
Gewohnheit und ein mangelndes Risikobewusstsein werden leicht zur gefährlichen Mischung. Sie bewirkt ein Absinken der Achtsamkeit gegenüber unerwarteten (Stör-) Signalen.
In guten Zeiten übersieht man widrige Signale gern, wenn sie nur leise genug daherkommen. „Die verbreitetste Berufskrankheit ist die Betriebsblindheit“ sagte Professor Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, der ehemalige Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Betriebsblindheit und ein wirksames Management des Unerwarteten vertragen sich nicht.
Eine funktionierende Krisenfrüherkennung beinhaltet die rechtzeitige Wahrnehmung der harten Fakten ebenso wie die Ortung der weichen Signale.
Nach unserer Erfahrung tritt manche Krise gar nicht erst auf, wenn sie rechtzeitig antizipiert wird.
Andere Krisen hingegen werden sofort akut. Wie schnell sind jetzt Krisenmanagement und Krisenkommunikation am Start? Dies entscheidet mit darüber, wie groß die Krise wird.
Es gibt Unternehmen, die nichts aus der Bahn zu werfen scheint. Sie verzweifeln nicht an einer Krise. Im Gegenteil, sie wachsen sogar daran.
Was unterscheidet diese Unternehmen von denjenigen, die mit Krisen hadern oder gar daran zerbrechen? Was macht sie zu Stehaufmännchen?
Krisenerfahrene Menschen oder Organisationen sind in der Lage, resilient zu handeln.
Resilienz bezeichnet für Menschen ebenso wie für Unternehmen die Fähigkeit, das Unerwartete in schwierigen Situationen managen zu können.
Resilienz-Faktoren messen und bearbeiten
Eine wirksame Krisenprävention zielt darauf ab, den Handlungsspielraum der Führungskräfte und der betroffenen Teams – und damit deren Arbeitsfähigkeit – in unruhigen Zeiten zu erhalten.
Präventive Krisenintervention richtet sich auf die Aktivierung und Förderung der Resilienz aller relevanten Bereiche.
Für die systematische Arbeit an der Krisenfestigkeit nutzen wir ein Instrument, das wir den Resilienz-Navigator nennen. Es basiert auf einem umfangreichen wissenschaftlichen Forschungsprojektes der Universität von Canterbury und der Universität von Auckland. Dort wird seit 2004 untersucht, was Resilienz in Organisationen konstituiert. Wir entwickeln das Werkzeug in Kooperation seit dem Jahr 2015 beständig weiter.
Mithilfe des Resilienz-Navigators untersuchen wir wichtige organisationale Resilienzfaktoren innerhalb der vier Themenfelder KULTUR, FÜHRUNG, TEAM & NETZWERK und STRATEGIE.
So haben beispielsweise im Spannungsfeld zwischen KULTUR und FÜHRUNG die Faktoren
– Prozesse zur Entscheidungs-Findung,
– proaktive Haltung und
– Situations-Bewusstsein
eine besondere Bedeutung.
Es geht hier somit um organisationale und um individuelle Aspekte. Sie gehen über die üblicherweise beleuchteten psychologischen Aspekte, welche die persönliche Resilienz begründen, hinaus.
Für die Unternehmensführung bietet der Resilienz-Navigators einen roten Faden, um diejenigen Resilienz-Faktoren, die das größte Potenzial bergen, erfolgreich bearbeiten zu können.
Fazit
Wir müssen davon ausgehen, dass die nächste Krise kommen wird.
Die Krisenfestigkeit der eigenen Organisation kann systematisch untersucht und bearbeitet werden.
Wie geht Ihr Unternehmen mit dem Thema um?

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Andreas von Oertzen
Ausrichtung: Meine Arbeit beginnt dort, wo strukturelle Lösungen alleine nicht mehr greifen. Ich arbeite nicht an Symptomen, sondern an den Ursachen, die im System wirksam sind. Das erfordert die Bereitschaft, auch das anzuschauen, was sonst vermieden wird. Ich arbeite ohne Dramatisierung, aber mit der notwendigen Klarheit, um auch Schwieriges ansprechbar zu machen.
Hintergrund: 20 Jahre Führungs- und Managementerfahrung in Konzernen (Siemens, Bertelsmann Music Group, Varta, Wolters Kluwer) und in KMU (Wissenschaftsumfeld und e-Learning). 16 Jahre Beratungserfahrung. Systemischer Organisationsberater (Prof. Fritz Simon), Diplom-Ingenieur Informationstechnik (Univ.), Industriekaufmann (Siemens AG), Zertifizierter Coach (Univ.).
Feldkompetenzen: Wissenschaftsmanagement, Verkehr & Logistik, Entertainmentindustrie, Behörden, Ingenieursbüros, Agenturen. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Wissenschafts- und Forschungsumfeld, in dem komplexe Strukturen, hohe Autonomie und unterschiedliche Logiken aufeinandertreffen.
Wann ich nicht der Richtige bin: Wenn es primär um Effizienzsteigerung, Kennzahlenoptimierung oder technische Lösungen geht. Meine Arbeit beginnt dort, wo strukturelle Maßnahmen allein nicht mehr greifen.
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