Eine Krise ist ein Wahr­nehmungs­phäno­men

Entscheidend ist zunächst, wie eine Krise wahrgenommen wird. Sie kann im Verhältnis zum eigentlichen Anlass ein unabhängiges Eigenleben entwickeln. Krisen werden von Organisationen in der Regel gefürchtet und als äußerst unangenehm erlebt. Beim Krisenmanagement lassen sich prinzipiell fünf Phasen unterscheiden: Prävention, Früherkennung, Kriseneindämmung, Neustart und Lernen aus der Krise.

Negative Merkmale der Krise (meistens direkt empfunden)


Eine Krise behindert die Handlungsfähigkeit einer Organisation. Sie ist eine unerwartete Bedrohung nicht nur einzelner Werte, sondern des gesamten Systembestandes. Eine Krise ist von Wertekonflikten, großer Unsicherheit und Zeitdruck geprägt.

Eine Krise stellt einen Prozess dar, in dem durch ein Ereignis ein System so stark erschüttert wurde, dass dieses sich mit seinen gewöhnlichen Bewältigungsstrategien nicht mehr stabilisieren kann.  Die erfahrenen Ereignisse und Erlebnisse stellen die bisherigen Gewohnheiten und Ziele massiv in Frage oder machen sie unmöglich. Der Betroffene verliert das Gefühl der Selbstwirksamkeit.

Positive Merkmale einer Krise (fast immer erst im Nachhinein empfunden)

Eine Krise stimuliert und sammelt Aufmerksamkeit. Sie ist die Antwort einer Organisation auf besonders herausfordernde Problemstellungen. Eine Krise ist der Höhepunkt eines noch nicht gelungenen Anpassungsprozesses aufgrund eines bedrohlichen Ereignisses. Eine Krise ist ein mittelfristiges Geschehen, das Veränderungspotenzial beinhaltet.

Die vorübergehende Orientierungslosigkeit erlaubt es, dass man auf dem Höhepunkt der Krise problematisch gewordenes Verhalten besser verlernen und erwünschtes Verhalten besser neu lernen kann. Obwohl Krisen in der Regel mit Lähmungserscheinungen einhergehen, sind Krisen keine endgültigen Zustände.

Im Chinesischen setzt sich der Begriff, den sie für Krise verwenden, wei-ji, aus den Schriftzeichen für Gefahr und gute Gelegenheit (Chance) zusammen.

Frühwarnzeichen

Bei der Entstehung und Verlauf von Krisenproblemen kann man grundsätzlich zwei Krisentypen erkennen: Erstens die Überraschungskrise, die plötzlich da ist. Zweitens eine schleichende Krise, die sich entwickelt und aufbaut. Bei letzterem kündigt sich die Krise meistens lange vor ihrem Eintreten an. Sei es durch ein Absinken der Umsätze in wichtigen Segmenten, Veränderungen der operativen Leistungsfähigkeit, Schwächung der Marktpositionierung oder negative Aspekte in der Finanzentwicklung.

Resilienz-Coaching

Eine Krise kann als Versuch einer beginnenden Anpassungsleistung betrachtet werden. Dieser Versuch gelingt jedoch aufgrund der negativen Bewertung oft nicht sofort. Das Misslingen ist von Angst und Stressreaktionen begleitet. Der dadurch immer wieder empfundene Kontrollverlust verhindert die Musterunterbrechung.

Krisenintervention richtet sich auf die Aktivierung und Förderung der Resilienz der Betroffenen. Die Betroffenen sollen handlungs- und entscheidungsfähig bleiben. Eine Musterunterbrechung kann zu einem sinnvollen Anpassungsprozess führen. Das Ziel ist, die Führungskräfte, die betroffenen Teams und relevanten Schnittstellen zu stabilisieren und deren Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen.

Für die systematische Arbeit an der Krisenfestigkeit nutzen wir den Resilienz-Navigator. Der Resilienz-Navigator analysiert 16 Schlüsselfaktoren der Organisationalen Resilienz und gibt wichtige Hinweise für eine akute oder präventive Krisenintervention.

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Andreas von Oertzen

Ausrichtung: Meine Arbeit beginnt dort, wo strukturelle Lösungen alleine nicht mehr greifen. Statt an Symptomen arbeite ich an den im System wirksamen Ursachen. Das erfordert die Bereitschaft, auch das anzuschauen, was sonst vermieden wird. Ich arbeite ohne Dramatisierung, aber mit der notwendigen Klarheit, um auch Schwieriges ansprechbar zu machen.

Hintergrund: 20 Jahre Managementerfahrung in Konzernen und KMU (Siemens, Bertelsmann Music Group, Varta, Wolters Kluwer, Wissenschaftsumfeld, e-Learning) sowie 15 Jahre Beratungspraxis. Systemischer Organisationsberater (Prof. Fritz Simon), Diplom-Ingenieur Informationstechnik (Univ.), Industriekaufmann (Siemens AG), Zertifizierter Coach (Univ.).

Feldkompetenzen: Wissenschaftsmanagement, Verkehr & Logistik, Entertainmentindustrie, Behörden, Ingenieursbüros, Agenturen. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Wissenschafts- und Forschungsumfeld, in dem komplexe Strukturen, hohe Autonomie und unterschiedliche Logiken aufeinandertreffen.

Künstliche Intelligenz: Seit meiner Diplomarbeit über neuronale Netze (1991) kenne ich den Kern und verfolge die Entwicklung von KI. Ich biete keine technische Umsetzung, sondern eine fundierte Einordnung der Synergie zwischen Mensch und Technik für die Organisation.

Wann ich nicht der Richtige bin: Wenn es primär um Effizienzsteigerung, Kennzahlenoptimierung oder technische Lösungen geht. Meine Arbeit beginnt dort, wo strukturelle Maßnahmen allein nicht mehr greifen.

Wenn Sie sich in ähnlichen Situationen Unterstützung wünschen, lassen Sie uns gerne sprechen!

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